Massenschlägerei im Knast Heidering

Gefangene aus dem Knast Heidering/Großbeeren berichteten vor Kurzem von einer Massenschlägerei, durch welche zahlreiche Gefangene und auch Wärter*innen verletzt worden sind und baten uns um Veröffentlichung. Folgender Bericht erreichte uns von Gefangenen aus dem Knast Tegel. Wir wünschen allen verletzten Gefangenen eine gute Besserung. Lasst euch nicht durch den Knast spalten – und schreibt uns gerne, wenn ihr euch gegen den Knast wehren wollt und euch dabei Unterstützung wünscht.

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Gefangener gewinnt Rechtsstreit gegen Knast Bützow

300,-€ für rechtswidrige Fesselung zum Krankenhaus

Andreas B. war bis zum Oktober 2020 im Knast Bützow untergebracht. Mehrfach hatte er über die dort herrschenden Zustände berichtet, auch wir teilten seine Beiträge und ließen unsere Positionen dabei mit einfließen. Dem Knast gefiel das offensichtlich garnicht, weswegen er Andreas mit massiver Repression überzog – wie auch in dieser Geschichte:

Andreas ist am 27.01.2020 auf einer Ausführung zur Radiologie nach Güstrow gebracht worden, um seine Schilddrüse untersuchen zu lassen. Die Ausführung hat in Fußfesseln stattgefunden, welche mit einer Fluchtgefahr begründet worden sind. Die Fluchtgefahr wiederum begründete die Anstalt mit unseren Beiträgen (wobei sie uns und die GG/BO durcheinanderbrachte). Weiter unten könnt ihr euch die Interpretation des Knastes zu unseren Beiträgen durchlesen – was wir euch sehr ans Herz legen, sie laden zum lachen ein.

Gegen diese Fesselung wehrte sich Andreas gerichtlich. Wir dokumentieren folglich den Verlauf des Rechtstreites, weil er auch anderen Gefangenen helfen kann, sich juristisch gegen Fesselung und/oder gegen Repression durch unsere Beiträge zu wehren. Und, weil der gesamte Verlauf, in welchem der Knast und das Gericht immer wieder unsere Beiträge kommentieren, interpretieren und bewerten, wirklich witzig ist.

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Kurzmeldung: Corona wieder in 2 Knästen

Uns hat über Gefangene die Nachricht erreicht, das in der JVA Bützow und der JVA Neumünster Corona ausgebrochen ist.

In Bützow befinden sich wohl 71 Schließer*innen in Quarantäne und die Gefangenen sitzen (mal wieder) im Einschluss.

In Neumünster befinden sich auch derzeit alle Strafgefangenen im Einschluss.

Wir wünschen allen Gefangenen gutes Durchhalten und gute Besserung.

Falls ihr im Knast sitzt und bei euch auch Corona ausgebrochen ist, schreibt uns gern!

Veranstaltung in Nürnberg am 23.03.22

Durch die vermehrte Inhaftierung von Gefährt*innen, aber auch durch die zunehmende Benennung von beispielsweise patriarchalen Strukturen oder patriarchaler Gewalt innerhalb der linksradikalen Szene gewinnen Diskussionen über die Funktion der Knäste, den Umgang mit Menschen, deren Taten wir verachten, Perspektiven und Alternativen zum Bestrafungs-System an Bedeutung.

Wir wollen am 23.03.22 die Geschichte von Gefängnissen und aktuelle Lage in deutschen Knästen beleuchten, ebenso eine feindliche Haltung gegenüber Knästen und der Repression im Allgemeinen ausdrücken– als Ort als Ort der Klassenunterdrückung, des Rassismus und Sexismus und Ausbeutung sowie als totale Institution der Überwachung, Zurichtung und Bestrafung. Aber auch eine emanzipatorische Perspektive ist wichtig, um den Status-Quo zu überwinden. Deswegen wollen wir gemeinsam mit euch diskutieren, welche Alternativen es zum Bestrafungssystem gibt.

„Auf der Suche“, anarchistische Gruppe in Nürnberg: https://aufdersuche.blackblogs.org/

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Antirepressionstage in Nürnberg statt.

 

Mit der Power durch die Mauer – gegen die soziale Isolation!

AUFRUF ZUR KUNDGEBUNG AN DER FRAUEN-JVA CHEMNITZ DES ANARCHISTISCH FEMINISTISCHEN ANTI-KNAST-BÜNDNISSES – 6. MÄRZ, 15 UHR

Aufruf vom abc Dresden: Am 6. März, zwei Tage vor dem internationalen feministischen Kampftag, werden wir vor der Frauen-JVA Chemnitz demonstrieren. Wir möchten den dort inhaftierten Frauen und Queers zeigen: Ihr seid nicht allein! Wir wissen, dass ihr die Unterdrückung, die Gewalt und die Ausbeutung in unserer Gesellschaft hart zu spüren bekommt. Wir sehen aber auch, wie viele von euch sich wehren, sich für ihre Rechte einsetzen und sich gegenseitig helfen – und wir stehen dabei an eurer Seite.

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Veranstaltung am 17.02.22: Das System Knast und der Fall Ferhat Mayouf

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Konkrete Utopien“ in Jena.

Im Café Wagner nur mit Anmeldung (2G und Maske)

Anmeldung: kontakt@freiraumjenaev.de 

„Im ersten Teil wird die GG/BO-Soligruppe Jena eine kritische Perspektive auf das Gefängnis allgemein entwickeln – als Ort der Klassenunterdrückung und Ausbeutung sowie als totale Institution der Überwachung, Zurichtung und Bestrafung. Das wird sie an Beispielen aus dem Thüringer Strafvollzug anschaulich machen.

Im zweiten Teil werden die Criminals for Freedom aus Berlin über die Todesumstände von Ferhat Mayouf berichten. Er starb am 23. Juni 2020 in seiner Zelle in der JVA Moabit: Die Schließer griffen mehrere Minuten lang nicht ein, als es in seiner Zelle brannte. Während er verzweifelt um Hilfe schrie, öffneten Sie die Zellentür nicht und ließen ihn so ersticken und sterben. Mitgefangene, die der Öffentlichkeit davon berichteten, wurden daraufhin drangsaliert.

Vor Ort wird es einen Tisch mit Büchern und Broschüren zum Thema geben. Die Referent:innen werden auch im Anschluss an die Veranstaltung zu Gesprächen zur Verfügung stehen und freuen sich auf Austausch.“

Für mehr Infos zum Mord an Ferhat Mayouf klickt hier.

Zweites Statement im Bezug zum Outing von Johannes Domhöver. Eure Kritik, unsere Antworten.

Triggerwarnung: dieser Text befasst sich mit sexueller/körperlicher/psychischer Gewalt.

Im Kontext des Outings zu Johannes Domhöver (folglich J.) gab es auf de.indymedia.org viele Kommentare, ebenfalls erreichten uns einige Mails u.a. mit Kritik an unserem ersten Statement. Wir haben folglich versucht, einige vorgetragenen Kritikpunkte, welche uns direkt oder indirekt erreichten, zusammen zu tragen und zu beantworten. Wir wollen in diesem Rahmen auch Bezug nehmen auf die veröffentlichte Kritik der „Antikolonialen Aktion„. Leider haben wir ihren Text nicht immer ganz verstanden – viele Fachwörter und eine akademische Schreibweise hinterließen bei uns viele Fragezeichen. Insgesamt konnten wir an dem Text auch nicht so viel Kritik an unser Statement erkennen, wie uns der Text vermutlich vermitteln wollte, weil wir auf einer abstrakten Ebene die Punkte, die aufgemacht worden sind, teilen. Auf der konkreten Ebene, also im Bezug auf das Outing, versuchen wir nun folglich auf einige „Kritikpunkte“, die angesprochen wurden (von der „Antikolonialen Aktion“ und darüber hinaus) einzugehen.

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Zum neuen Jahr: Der erste Tote im Knast Tegel

Am 01.01.22 wurde ein Gefangener der Teilanstalt V um 9 Uhr tot in seiner Zelle aufgefunden – er strangulierte sich.

Dass dies ausgerechnet an diesem Datum passiert, ist wahrscheinlich leider kein Zufall: die kalte Jahreszeit, in welcher vor allem über die Weihnachtsfeiertage vermeintliche Harmonie, Liebe und Fürsorge propagiert wird, kann für diejenigen, welche einsam im Knast verharren müssen, psychisch stark belastend sein. Angehörige, Freunde oder Familie können zu dieser Zeit nicht getroffen werden. Silvester, also der Tag, an dem es gilt, ihn mit den Liebsten zu verbringen und gemeinsam in das neue Jahr reinzufeiern, wird allein auf der Zelle verbracht.

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